Zuchtuntersuchungen

Bevor bei Katzen Nachwuchs geplant ist, sollte sowohl die Katze als auch der Kater auf einiges untersucht worden sein. Neben Untersuchungen, die bei allen Katzen sinnvoll sind, gibt es auch rassespezifische Test, die nur für eine oder wenige Rassen angewendet werden können. Alle diese Krankheiten treten auch bei Hauskatzen auf, die allerdings in der Regel nicht so aufwendig untersucht werden, wenn sie erkranken. Zum Beispiel Herzerkrankungen kommen bei Hauskatzen häufiger vor, als bei fast allen Rassekatzen.

Da in der Deutsch Langhaarzucht auch Foundationtiere eingesetzt werden, sind hier vorsichtshalber eine Vielzahl von Tests empfehlenswert, auch wenn sich bisher gezeigt hat, dass die bisher verfügbaren Test in fast allen Fällen negativ waren. Durch die sorgfältige Arbeit der DLH-Züchter ist die Deutsch Langhaar eine ausgesprochen gesunde Rasse.

 


Untersuchungen

Blutgruppe:
Test serologisch oder per Gentest auf das Gen für Blutgruppe b möglich. Hat eine Katze Blutgruppe B, so muss sie von einem Kater gedeckt werden, der auch Blutgruppe B hat. Andernfalls kann es zum Tod der Kitten kommen.

FIV/FeLV: 
Felines Immunschwäche Virus (Katzenaids)/ Felines Leukämie Virus (Leukose): Zuchtkatzen müssen nachweislich frei von den jeweiligen Viren sein, da beide Erkrankungen nicht heilbar sind.

Ultraschalluntersuchung des Herzens:
(Echokardiogramm): Da es unterschiedliche erbliche Herzerkrankungen (unter anderem HCM) gibt, sollte eine Zuchtkatze keine Auffälligkeiten zeigen.

Ultraschalluntersuchung der Nieren:
Die wichtigste erbliche Nierenerkrankung ist PKD (Polyzystische Nierenerkrankung). Sie kann ab etwa 10 Monaten mit großer Sicherheit auch bei Rassen diagnostiziert werden, für die der PKD-Gentest nicht aussagekräftig ist.

Bei allen weißen Katzen zusätzlich:
BAER = Ophthalmologische Untersuchung auf Taubheit (Audiometrie): Alle weißen Katzen haben ein erhöhtes Risiko auf ein- oder beidseitige Taubheit. Zuchtkatzen müssen beidseitig hörend sein, was nur durch Audiometrie eindeutig zu diagnostizieren ist.

 


Welche Gentest sind bei Deutsch Langhaar-Katzen sinnvoll und wichtig?

Eine DLH kann dieselben Gene in sich tragen wie eine normale Hauskatze. Dadurch sind alle Gentests, die bei bestimmten Rassen entwickelt wurden, bei DLH wenig aussagekräftig, wenn sie negativ sind, d.h. wenn eine Katze als frei von einem bestimmten Krankheitsgen getestet wird.

Das bedeutet, dass Gentest-Ergebnisse wie "HCM-frei (-/-), PKD-frei (-/-) oder SMA-frei (-/-) bei der DLH nicht aussagen, dass die Katze nachweislich frei von Genen ist, die die entsprechenden Krankheiten verursachen. Diese Gene können bei der DLH andere sein als bei Maine Coon oder Perser, für die die genannten Gentests entwickelt wurden.

Trotzdem ist es sinnvoll, auch eine DLH auf diese Gene testen zu lassen. Ist eine Katze nämlich als positiv für HCM oder PKD (beide Krankheitsgene sind dominant) getestet, darf sie nicht in die Zucht gehen, weil nicht auszuschließen ist, dass diese Krankheitsgene auch bei einer DLH die entsprechenden Krankheiten auslösen.

Zuverlässig bei der DLH sind:

  • Test auf Blutgruppe
  • Tests auf Gene, die die Fellfarbe bestimmen

Da diese Gene nicht rassespezifisch sind, sind diese Tests aussagekräftig, auch wenn manche rassespezifischen Gene, wie z.B. das Zimt- oder das Amber-Gen, mit großer Wahrscheinlichkeit bei der DLH nicht vorkommen.